Nachbericht zum Turnier des RV Gut Kruchenhof

Für die Reiter aus dem Kreis-Pferdesportverband Neuss fällt diese „grüne Saison“ – wie Pferdesportler ihren „Turnier-Sommer“ nennen – in eine unausgeglichene Kategorie: „Stimmung super, Leistungen topp, Wetter höchst ungemütlich“, wäre wohl ein guter Titel. Fast jedes Turnier in den vergangenen Wochen kämpfte gegen Regen, Wind und Wolken. Da hatten die Organisatoren vom RV Gut Kruchenhof noch verhältnismäßig Glück. Zwar blieben Ross und Reiter auch bei dem fünftägigen Springturnier nicht ganz von schwarzen Wolken und Schauern verschont. Aufgrund der optimalen (Boden-)Verhältnisse, die die Organisatoren rund um Turnierchef Uwe Hintzen geschaffen hatten, tat das teils ungemütliche Wetter dem Spitzensport keinen Abbruch.

„Es hat wirklich alles sehr gut geklappt“, freute sich Uwe Hintzen über die gelungene Zweitauflage des Turniers auf Gut Kruchenhof. Der jüngste Spross der Turnierfamilie im Kreis-Pferdesportverband Neuss, der mit fünf Springen der Klasse S aufwarten kann, schickt sich an, eine weitere Top-Turnieradresse zu etablieren. Und so der Turnierchef an allen Turniertagen „sehr guten und mitreißenden Sport“. Besonders im Großen Preis, einem S** mit Siegerrunde, das am Sonntag mehrere hundert Zuschauer anlockte und bei dem selbst Uwe Hintzen gespannt am Rand des riesigen Springplatzes mitfieberte. „Da kriege ich schon mal Gänsehaut, wenn es so knapp wird.“ Und knapp war es – am Ende entschieden nur wenige Hundertstel über den Sieg. Und zwar zwischen Lokalmatador Frederik Tillmann (RC Gut Neuhaus) und dem Gahlener Martin Sterzenbach. Beide waren im Umlauf fehlerfrei geblieben, und auch in der Siegerrunde bewiesen beide ihre Klasse. Tillmann blieb auf dem zehnjährigen Oldenburger Colibri P ebenso ohne Abwurf wie Sterzenbach auf dem erst achtjährigen Balougraf, aber letzterer war mit 38.03 Sekunden am Ende schneller. Frederik Tillmann (38,25) „nur“ Platz zwei. Pech hatte Marc Boes (RFV Liedberg), der auf Bocelli die schnellste Runde lieferte (38,92), aber leider einen Abwurf kassierte. Der Liedberger nahm es gelassen, hatte er doch zuvor das zweite Springen der großen Tour auf dem belgischen Hengst Gucci van de Grenshoeve gewonnen. Das gleiche Schicksal wie Boes ereilte auch Rebecca Golasch und Schimmelhengst Lassen Peak (Platz 5) im Großen Preis. Derby-Sieger Gilbert Tillmann (7.) war mit Hadjib ebenfalls schnell, aber kassierte acht Fehlerpunkte.

Frederik Tillmann konnte seine Schleifensammlung für dieses Turnier dennoch um die Farbe „Gold“ erweitern: Als Sieger im Finale der Junge-Pferde-Tour auf Al Paolo, einem siebenjährigen Wallach. Und auch in der Zeitspringprüfung der Klasse S*, dem Auftaktspringen der großen Tour, hieß der Sieger Frederik Tillmann. Mit Galileo, einem elfjährigen Rheinländer, legte der Pferdewirtschaftsmeister aus Grevenbroich eine rasante Nullrunde „auf den Sand“. „Für mich war das ein sehr erfolgreiches Wochenende“, freute er sich. „Meine Pferde haben sich hier gut präsentiert, und die Veranstalter haben ein tolles Turnier auf die Beine gestellt“, lobte der 34-Jährige.

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