Ritterschlag an Pulvermanns Grab – Gilbert Tillmann und Hello Max feiern 4. Platz

Zum vierten Mal galoppierten Springreiter Gilbert Tillmann und sein Pferd Hello Max am Sonntagnachmittag in den legendären Parcours von Eduard Pulvermann – und schlugen den Favoriten im 82. Deutschen Springderby in Hamburg wieder einmal ein Schnippchen. Der Hufschmied aus Grevenbroich und der 17-jährige Wallach sprangen in dem als schwersten Parcours der Welt titulierten Kurs auf einen grandiosen vierten Platz.

Tillmann, der bereits 2007 Elfter und 2009 Fünfter in Hamburg geworden war, jubelte ausgelassen und verdrückte sogar das ein oder andere Tränchen: „Das ist ein super Ergebnis. Ich hätte nie gedacht, dass ich den fünften Mal von 2009 jemals würde toppen können.“ Partner Hello Max machte das „kleine Wunder von Hamburg“ des Grevenbroichers möglich. „Er ist ein grandioser Kämpfer“, sagt sein Reiter. „Hello Max hat alles für mich gegeben“. Kraftraubende 17 Hindernisse mit insgesamt 26 Sprünge und 1.230 Meter bewältigten die beiden auf dem traditionsreichen Derbyplatz in Klein-Flottbek, die seit der Premiere 1920 nur marginal verändert wurden. Wall, Pulvermanns Grab, Holsteiner Wegesprünge, Irische Wälle – schon ein fehlerfreier Ritt dort verleiht dem Reiter einen „Adelstitel“; der Sieg gleicht einem „Ritterschlag“. In diesem Jahr ließ Paul Schockemöhle, sportlicher Leiter des Turniers, die Stangen sogar fünf Zentimeter höher legen – mit der Folge, dass es im Normalumlauf nicht einen einzigen Nullfehlerritt gab. Aber des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freund, in diesem Fall eben Gilbert Tillmanns. Denn er und Hello Max kassierten zwar zwei Abwürfe – an Sprung 3A und an der Planke nach dem über drei Meter tiefen Wall –, doch mit ihren 162,01 Sekunden lieferten sie die zweitschnellste Runde mit acht Fehlerpunkten. Und weil fast alle Favoriten mehr Fehler machten (14 Paare schieden aus!), feierte der 29-Jährige das tollste Ergebnis seiner bisherigen Karriere im Springsattel. „Der Fehler an 3A war schon ärgerlich“, erklärt er. „Der Fehler an der Planke nach dem Wall – das kann schon mal passieren, den haben viele andere auch gehabt.“

Tillmann gönnt seinem Hello Max jetzt eine wohlverdiente Pause, „vielleicht geht er dann noch ein, zwei Turniere“, so der Springreiter, der einer fünften Derby-Teilnahme nicht abgeneigt wäre. „Wenn Hello Max gesund und fit bleibt, dann würde ich wohl noch mal in Hamburg reiten wollen“, schmunzelt er. „Hello Max wird wie schon in den vergangenen Jahren bewusst schonend eingesetzt – vielleicht sind wir ja 2012 wieder beim Derby dabei.“ Allein die Vorbereitung dauert fast ein Jahr – „aber allein die Teilnahme am Derby ist diesen Aufwand wert“, findet der Springreiter.

So richtig nervös war er übrigens nicht mehr. „Da stellt sich schon so etwas wie Routine ein, wenn man die Hindernisse kennt, aber trotzdem war die innere Anspannung enorm“, verrät der Derby-Spezialist, der Sonntagabend mit seinem Pferd zurück auf das heimische Gestüt Gut Neuhaus zurückkehrte, wo der Erfolg ausgiebig mit Familie und Freunden gefeiert wurde.

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